Christian Schlichts Credo ist: Risiko raus, Mehrwert rein. Dafür können, so der Fachmann für Facility Management, Immobilienexperten gemeinsam etwas tun.

Risiko raus, Mehrwert rein – so werden Immobilien mobil

Christian Schlicht, ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG, Hamburg

 

Christian Schlicht verantwortet das Center und Facility Management bei der ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG in Hamburg. Für ihn sind Schwäbisch Hall und die Region Hohenlohe der Inbegriff von Bodenständigkeit, Innovation, Kunst und Kultur. Er muss es wissen, denn immerhin hat er über zehn Jahre hier gelebt und bei Würth gearbeitet. Beim Schwäbisch Haller Immobiliendialog spricht er darüber, was „Zukunft bewegen“ für das Facility Management bedeutet.

 

Worin liegt für Sie der Reiz, im Immobiliensektor zu arbeiten?
Immobilien sind essenziell für uns Menschen. Wir wohnen, leben und arbeiten in Gebäuden. Lebenswerte und nachhaltige Räume zu schaffen und attraktiv zu halten, ist so verantwortungsvoll wie chancenreich. Diese Aufgabe fasziniert mich. Immobilien sind nämlich gar nicht so immobil, wie ihr Name vermuten lässt.

 

Immobilien sind mobil?
Mobilität ist ein Erfolgsfaktor unserer Zeit. Wer nach vorne denkt, beschäftigt sich mit neuen Mobilitäts- und Servicekonzepten. Neue Ideen für die Parkraumbewirtschaftung eröffnen vielversprechende Perspektiven. Auch weil die Digitalisierung dabei unterstützt, Immobilien effizienter zu betreiben. Denken Sie an neue Technologien wie Sensorik, Internet of Things, künstliche Intelligenz, Robotics oder Sprachsteuerungen. Zukunftsbejahende Unternehmen verändern sich mit.

 

Was heißt das konkret?
Ambitionierte Akteurinnen und Akteure generieren konsequent Smart Data und verwenden Algorithmen im Planungs-, Bau- und Bewirtschaftungsprozess. Zudem verändert die New-Work-Bewegung mit ihren neuen Arbeitswelten und Nutzungsansätzen alte Gewohnheiten. Mieter, Mieterinnen, Nutzer und Nutzerinnen sind innerhalb ihrer Flächen beweglicher oder wechseln zwischen Immobilien hin und her. Sharing Economy liegt im Trend. Das zeigen Initiativen wie der Coworking-Anbieter WeWork oder das Vermietungsportal Airbnb der Immobilienwirtschaft eindrücklich. Folglich werden auch Entscheiderinnen, Entscheider und Mitarbeitende der Branche beweglicher, um Immobilien agiler und effektiver zu managen.

 

Was sind Ihrer Meinung nach zukünftig die größten Herausforderungen und die größten Chancen für Immobilienakteure?
Immobilien haben eine lange Nutzungsdauer. Erfahrene Köpfe gehen ihre Herausforderungen weitblickend an. Wir arbeiten daran, noch nachhaltiger zu werden, und konzentrieren uns auf „Well Being“ und Umweltschutz. Wir wollen CO2-Neutralität erreichen und Maßnahmen umsetzen, um den Klimaschutzplan 2030/2050 zu erfüllen. Das trifft jedes Unternehmen, egal ob es mit einer Immobilie Geld verdient oder sie als Büro- oder Logistikgebäude nutzt. Eine weitere Aufgabe besteht darin, den Immobilienbestand und das Management weiter zu digitalisieren und dabei die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer zu berücksichtigen. Wichtig ist auch, den Berufsnachwuchs zu fördern, um den Generationenwechsel in der Immobilienwirtschaft erfolgreich zu meistern.

 

Was motiviert Sie, beim Immobiliendialog aktiv als Redner dabei zu sein?
Ich teile gerne Wissen. Und ich schätze die Gelegenheit, einem erfahrenen Kreis von Expertinnen und Experten die Veränderungen zu skizzieren, die ich auf uns zukommen sehe. Natürlich stelle ich Best-Practice-Lösungen vor. Es macht mir Spaß, neue Impulse zu setzen und den Dialog über die Fragen anzustoßen, die uns heute bewegen. Der Immobilienbetrieb ist sehr vielfältig, wir haben viele Werte zu berücksichtigen: von Nachhaltigkeit, ethischen, ökologischen und sozialen Zielen über Nutzerzufriedenheit durch Mehrwertkreation bis hin zu Digitalisierung und Hygiene. Dazu gibt es viel zu sagen und ich freue mich darauf.

 

Was ist Ihre Kernbotschaft?
Alles verändert sich ständig. Wandel ist heute Normalität und kann sich existenziell auf die Führung, das Geschäftsmodell und den Fortbestand von Immobilienunternehmen auswirken. Gutes Real Estate und Facility Management von heute und morgen steigert die Effizienz und senkt Risiken, um das Kerngeschäft des Unternehmens wirkungsvoll zu unterstützen. Mein Credo ist: Risiko raus, Mehrwert rein. Und dafür können wir Immobilienexperten gemeinsam etwas tun.

 

Wenn Schwäbisch Hall eine Gewerbeimmobilie wäre? Wie sähe sie aus?
Es wäre eine Theaterbühne, auf der immer etwas los ist. Dort kommt es natürlich auf die Kulissenbauer und Technikteams an, die im Hintergrund agieren und das Schauspiel erst ermöglichen. Ich denke dabei spontan auch an die Elbphilharmonie in Hamburg, die ebenfalls multifunktional ist.

 

Christian Schlicht, Direktor ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG., 22391 Hamburg
Tel.: 040 60606-7607, E-Mail: christian.schlicht@ece.com